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Saphir

Stand: 21.09.2002

      

           

Klasse Oxide
Kristallsystem trigonal
Chemische Formel Al2O3 mit Fe und Ti
Härte 9
Dichte 4
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig
Farbe blau
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz
Fluoreszenzen keine

 

Saphir ist eine Variation des Minerals Korund. Er ist nicht nur blau, wie die meisten Schmuckliebhaber meinen, sonder umfasst alle Farben, außer rot. Die roten Korunde heißen Rubin.

Erst um 1800 wurde erkannt, dass Saphir und Rubin Abarten des Korunds sind. Bis dahin bezeichnete man mit dem Begriff Saphir nur blaue Steine. Im Mittelalter war unter dem Namen Safir allerdings der uns heute als Lapislazuli bekannte Edelstein gemeint.

Der Name Saphir kommt aus dem Griechischen (griech. (sappheiros) und bedeutet "blauer Stein", nimmt aber wahrscheinlich Bezug auf ein asiatisches Fremdwort, dessen Ursprung wir nicht kennen. Wie oben schon betont, umfasst der Edelstein Saphir alle Farben außer Rot. Wenn von Saphir ohne jedes Beiwort gesprochen wird, ist immer nur der blaue Saphir gemeint. Andere Farbvarianten müssen stets mit einem

vorangestellten qualifizierenden Wort näher gekennzeichnet sein, z. B. gelber Saphir, grüner Saphir usw. Nur beim farblosen Leukosaphir und beim Padparadscha, einem rötlichgelben bis gelborangen Saphir, braucht es keine nähere Erklärung, weil die Farbe durch den Namen immer eindeutig ist.

Eine scharfe Abgrenzung zwischen Saphir und Rubin gibt es nicht. Lichtrote oder rosarote Steine werden vom Handel zu den Saphiren gezählt, weil sie dort eine höhere Wertstellung haben als bei Rubin, wo sie als minderwertige Sorten gelten werden. Am begehrtesten sind sattes Königsblau oder Kornblumenblau. Auch Padparadscha, dessen Name sich aus dem Singhalesischen herleitet und wahrscheinlich "Lotosblume" oder auch "Morgenblüte" bedeutet, ist wegen seiner warmen, seltenen Farbtönung gesucht.

In Saphir eingelagerte Rutilnadeln, Haarrisse oder feinste Kanäle bewirken seidigen Glanz, bei parallel orientierter Lagerung Katzenaugeneffekt.

Saphir wird fast nur auf alluvialen Lagerstätten gewonnen. Muttergesteine sind dolomitisierte Marmore, Basalt und Pegmatite. Saphir ist weiter verbreitet und in größeren Mengen vorhanden als der Rubin. Die wichtigsten Fundstellen liegen gegenwärtig in Sri Lanka, Thailand und Australien. Begleitmineralien sind u. a. Rubin, Spinell, farbige Quarze, Topas und Granat. Die Ausbeute erfolgt über 1-10 m tiefe Schächte, oder in offenen Gruben. Die Gewinnungsmethoden sind primitiv. In letzter Zeit kommen immer mehr schöne blaue Saphire aus Thailand und Sri Lanka auf den Markt, die ihre Farbe erst durch spezielle Behandlung erhalten haben.

Durch Brennen bei Temperaturen oberhalb 15500 C können undurchsichtige weiße Saphir - Rohsteine bestimmter Lagerstätten alle möglichen blauen Farbtöne annehmen. Das Brennen der Saphire erfolgt in den Fundländern oder in einigen speziell dafür eingerichteten Zentralen Südostasiens.

Erkennungsmerkmale der gebrannten Saphire sind feinste Spannungsrisse. Sie entstehen aber nur, wenn die behandelten Steine zu schnell abgekühlt wurden. Manchmal zeigt sich auch eine gewisse Trübe im Stein. Insgesamt ist es aber für den Laien unmöglich zu erkennen, ob der Saphir gebrannt oder naturbelassen ist, vor allem auch deshalb, weil die Brennprozesse immer mehr verfeinert werden und die Endprodukte dadurch den unbehandelten Steinen im Aussehen und in der Innenstruktur sehr nahe kommen. Nur der Fachmann kann hier sicher identifizieren. Da die durch den Brennvorgang erwirkte Farbe nicht durch eine Manipulation an der Steinsubstanz entstanden ist, braucht die Farbveränderung dem Käufer nicht mitgeteilt zu werden. Anders bei einigen Methoden, wo dem geschliffenen, hellfarbigen Saphir pulverförmige Chemikalien beim Brennvorgang zugegeben werden, da hierbei die Steinsubstanz verändert wird. Diese Steine müsste man dem Kunden als »behandelt« anzeigen. In der Praxis ist das aber kaum der Fall, schon gar nicht dort, wo die Saphire gebrannt werden. Als Geburtsstein ist der Saphir dem September zugeteilt. Seelenfrieden, Klugheit und Treue sind die glücklich machenden Gaben für sein Besitz.

 

 

 

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