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Der
Name kommt von dem lateinischen Wort ruber - rot. Er gehört in die
Korund Gruppe und ist ein Aluminiumoxyd (Tonerde). Seine rote Färbung
erhält er durch Spuren von Chrom, ebenso wie der Smaragd. Der
Abbau wird auf primitive Weise von Stollen und Schächten ausgeführt.
Die Ausbeute an feinen Rubinen in Größen über 1 Karat ist sehr
gering, der größte je gefundene Rubin wog 400 Karat. Die
Steine, die sich nicht zum Edelstein eignen, finden ihren Absatz in der
Industrie, sie eignen sich ausgezeichnet als Schleif- und Poliermittel,
die Uhrenindustrie verwendet sie als Lagersteine. Rubinrot
ist kein einheitlicher Begriff, denn dieser edle Stein zeigt eine
Vielfalt an Rottönen, die ganz erstaunlich ist. Am begehrtesten ist die
Taubenblut-Farbe, die vor allem der Birma - oder Orientrubin zeigt. Die
Abweichungen werden vor allem durch Beimengung von Eisen hervorgerufen,
was die dunklere Tönung ergibt. Die Färbung des Rubins ist eine
allochromatische, also eine Fremdfärbung. Ceylonrubine
sind meist etwas heller, und die Siamrubine zeigen einen Stich ins Bräunliche
oder dunkelrot. Allerdings kommen von allen Fundorten zum Teil sehr
feine Steine, so dass es falsch ist, einen Siamrubin von vorneherein in
eine billige Preisgruppe einzuordnen. Was den Preis ergibt, ist nicht
allein das Herkunftsland, sondern vor allem die am höchsten eingeschätzte
Farbe. Eine
zauberhafte Spielart sind der Sternrubin und der Sternsaphir. Durch
haardünne Einschlüsse - die sog. Rutilnadeln - zeigt sich über dem
Stein ein sechsstrahliger Stern, der über den Stein wandert, wenn man
ihn bewegt. Dabei spiegelt sich das Licht in den Einlagerungen, die
durch ihre Anordnung den Eindruck eines Sterns hervorrufen. Diese
Stern-Rubine werden als "Cabochon" geschliffen, das ist eine
Schliffform ohne Facetten, die eine nach oben gewölbte unterschiedliche
Rundung zeigt. Kleine Cabochons können wie Zuckerhüte aussehen. Ausschlaggebend
für den Wert eines Rubins sind, wie beim Smaragd, nicht seine Einschlüsse,
sondern vor allem seine Farbe und seine Leuchtkraft. Einschlüsse haben
fast alle Korunde. Sie werden auch als Seide bezeichnet. Zum Teil sind
es die erwähnten Rutilnadeln, zum Teil Flüssigkeitsfahnen. Auch
Fremdkristalle wie Zirkon, Hämatit oder Kalkspat können im Rubin oder
Saphir eingelagert sein. Bei der Korund-Gruppe, die ja viele bunte
Farben zeigt neben dem Rot des Rubins und dem Blau des Saphirs, sind
Verwechslungen leicht möglich. Bei
den Synthesen sind vor allem die fehlenden natürlichen Einschlussbilder
ein Hinweis auf Identität. Auch hier - wie beim Smaragd - zeigt der
synthetische Stein unter ultraviolettem Licht eine andere Luminiszenz
als der echte Stein. Glasimitationen finden sich, und vor allem werden
Stern Rubine nachgeahmt. Dabei kann Bergkristall oder synthetischer
Korund verwendet werden. Dem Cabochon wird ein Gitter eingraviert, das
den Effekt des Sternes ergibt. Ein Verfahren, Rubin synthetisch
herzustellen, ist Verneuil-Verfahren. Alle
Imitationen und Synthesen aber, und es gibt sie in schönster Form,
haben dem echten Stein seinen Wert nicht nehmen können. Hier zeigt
sich, dass der Mensch letztlich, doch das Echte über alles schätzt. Berühmte
Rubine gibt es. Die Geschichte des großen Rubins, den der Schwedenkönig
Gustav der III, der Kaiserin Katharina von Russland verehrte und der
sich später, als man bessere Prüfmethoden hatte, als roter Turmalin
entpuppte. Nun, beide waren tot, und somit gab es keinen Ärger. Die
Krone des Böhmenkönigs ist berühmt geworden durch die großen Rubine
die sie trägt. Als Monatsstein gehört der Rubin dem heißen
Sommermonat Juli. |
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