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Rubin

Stand: 21.09.2002

      

           

Klasse Oxide
Kristallsystem Trigonal
Chemische Formel AL2O3 mit 1-2% Cr
Härte 9
Dichte 4,0 - 4,1
Spaltbarkeit keine, jedoch kommen Absonderungen  nach Zwillingslamellen vor 
Bruch muschelig bis uneben splittrig
Farbe farblos, durchsichtig. Kann auch alle anderen Farben haben. 
Strichfarbe weiß
Glanz Glanz- bis Diamantglanz 
Fluoreszenzen oft rot, orange

 

 

Der Name kommt von dem lateinischen Wort ruber - rot. Er gehört in die Korund Gruppe und ist ein Aluminiumoxyd (Tonerde). Seine rote Färbung erhält er durch Spuren von Chrom, ebenso wie der Smaragd.

Der Abbau wird auf primitive Weise von Stollen und Schächten ausgeführt. Die Ausbeute an feinen Rubinen in Größen über 1 Karat ist sehr gering, der größte je gefundene Rubin wog 400 Karat.

Die Steine, die sich nicht zum Edelstein eignen, finden ihren Absatz in der Industrie, sie eignen sich ausgezeichnet als Schleif- und Poliermittel, die Uhrenindustrie verwendet sie als Lagersteine.

Rubinrot ist kein einheitlicher Begriff, denn dieser edle Stein zeigt eine Vielfalt an Rottönen, die ganz erstaunlich ist. Am begehrtesten ist die Taubenblut-Farbe, die vor allem der Birma - oder Orientrubin zeigt. Die Abweichungen werden vor allem durch Beimengung von Eisen hervorgerufen, was die dunklere Tönung ergibt. Die Färbung des Rubins ist eine allochromatische, also eine Fremdfärbung.

Ceylonrubine sind meist etwas heller, und die Siamrubine zeigen einen Stich ins Bräunliche oder dunkelrot. Allerdings kommen von allen Fundorten zum Teil sehr feine Steine, so dass es falsch ist, einen Siamrubin von vorneherein in eine billige Preisgruppe einzuordnen. Was den Preis ergibt, ist nicht allein das Herkunftsland, sondern vor allem die am höchsten eingeschätzte Farbe.

Eine zauberhafte Spielart sind der Sternrubin und der Sternsaphir. Durch haardünne Einschlüsse - die sog. Rutilnadeln - zeigt sich über dem Stein ein sechsstrahliger Stern, der über den Stein wandert, wenn man ihn bewegt. Dabei spiegelt sich das Licht in den Einlagerungen, die durch ihre Anordnung den Eindruck eines Sterns hervorrufen. Diese Stern-Rubine werden als "Cabochon" geschliffen, das ist eine Schliffform ohne Facetten, die eine nach oben gewölbte unterschiedliche Rundung zeigt. Kleine Cabochons können wie Zuckerhüte aussehen.

Ausschlaggebend für den Wert eines Rubins sind, wie beim Smaragd, nicht seine Einschlüsse, sondern vor allem seine Farbe und seine Leuchtkraft. Einschlüsse haben fast alle Korunde. Sie werden auch als Seide bezeichnet. Zum Teil sind es die erwähnten Rutilnadeln, zum Teil Flüssigkeitsfahnen. Auch Fremdkristalle wie Zirkon, Hämatit oder Kalkspat können im Rubin oder Saphir eingelagert sein. Bei der Korund-Gruppe, die ja viele bunte Farben zeigt neben dem Rot des Rubins und dem Blau des Saphirs, sind Verwechslungen leicht möglich.

Bei den Synthesen sind vor allem die fehlenden natürlichen Einschlussbilder ein Hinweis auf Identität. Auch hier - wie beim Smaragd - zeigt der synthetische Stein unter ultraviolettem Licht eine andere Luminiszenz als der echte Stein. Glasimitationen finden sich, und vor allem werden Stern Rubine nachgeahmt. Dabei kann Bergkristall oder synthetischer Korund verwendet werden. Dem Cabochon wird ein Gitter eingraviert, das den Effekt des Sternes ergibt. Ein Verfahren, Rubin synthetisch herzustellen, ist Verneuil-Verfahren.

Alle Imitationen und Synthesen aber, und es gibt sie in schönster Form, haben dem echten Stein seinen Wert nicht nehmen können. Hier zeigt sich, dass der Mensch letztlich, doch das Echte über alles schätzt.

Berühmte Rubine gibt es. Die Geschichte des großen Rubins, den der Schwedenkönig Gustav der III, der Kaiserin Katharina von Russland verehrte und der sich später, als man bessere Prüfmethoden hatte, als roter Turmalin entpuppte. Nun, beide waren tot, und somit gab es keinen Ärger. Die Krone des Böhmenkönigs ist berühmt geworden durch die großen Rubine die sie trägt. Als Monatsstein gehört der Rubin dem heißen Sommermonat Juli.

 

 

 

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