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Diamant

Stand: 21.09.2002

      

           

Klasse Element
Kristallsystem kubisch
Chemische Formel C
Härte 10
Dichte 3,52
Spaltbarkeit vollkommen
Bruch muschelig
Farbe farblos, durchsichtig. Kann auch alle anderen Farben haben. 
Strichfarbe weiß
Glanz Diamantglanz. Ungeschliffene Kristalle zeigen Fettglanz
Fluoreszenzen blau, rosa, gelb oder grün

 

In seiner blendenden Schönheit und seiner unveränderten Wertbeständigkeit gehört der Diamant zu den bekanntesten, beliebtesten und begehrtesten Edelsteinen der Erde. Er ist in vieler Hinsicht das außergewöhnlichste und interessanteste Mineral innerhalb der uns bekannten Stoffwelt.

Einzigartig und reizvoll nicht nur als kostbarster Edelstein oder als härtestes aller Minerale, und damit als begehrter Werkstoff der modernen Technik, sondern auch als wichtigster Zeuge für die Stoff- und Zustandsverhältnisse zur Zeit seiner Evolution.

Ungetrübte Klarheit, wunderbare Reinheit vereint mit dem faszinierenden Funkeln und dem Aufsprühen des regenbogenfarbenen Feuers sowie sein lebhafter Glanz, erheben ihn zu Recht zum "König der Edelsteine".

Obwohl der Diamant nicht nur der beim Volk bekanntester Edelstein und zugleich das meisterforschte Mineral ist, gibt er doch der Wissenschaft fortwährend mehr Rätsel auf als irgendeine andere Substanz. Aber nicht einmal vor ihrem nüchtern-sachlichen Urteil büßt er etwas von seinem Zauber ein. Im Gegenteil entfaltet sich durch die präzise Erforschung des Materials erst das wahre Wunder seiner Existenz.

Der Diamant ist der einzige Edelstein, der nur aus einem einzigen Element besteht, nämlich aus vierwertigem Kohlenstoff (C). Vom einfachen Graphit und der Kohle unterscheidet er sich nur durch die außerordentlich enge, kubische Raumpackung der C- Atome, die zusammen mit den starken Kohäsionsbindungen verantwortlich ist für die beispiellose Härte des Diamanten, die mit 10 an oberster Stelle der Mohs'schen Härteskala steht, und durch die überragende Lichtbrechung, der die lebhafte Brillanz und die starke Sprühkraft entspringen. Durch die relative Leichtigkeit des Kohlenstoffs beträgt sein spezifisches Gewicht nur 3.52. Gläsern und unansehnlich, unförmig und rau, hebt sich der Diamant kaum vom gewöhnlichen Kiesel ab, wenn er auf seinem langen Aufbereitungsweg von den unedlen Brüdern getrennt, endlich auf den Sortiertisch gelangt.

Erst der Mensch mit seinem Verstand und seiner Technik verwandelt ihn in ein Gebilde glanzvollen Lebens. Der gemeinsamen Wirkung des adamantinen Glanzes. Reflexion des Lichtes von der polierten Oberfläche, der hohen Lichtbrechung. Der Diamant verfügt über eine Lichtbrechung von 2,42, was besagt dass sich das Licht im Diamanten 2,42 mal langsamer fortpflanzt als in Luft.

Ein Diamant ist unvergänglich!

Der Mensch gerät in Verzückung, sobald er etwas in den Händen hält, was rar ist oder unerschwinglich scheint. Dazu zählen auch kostbare Juwelen, allen voran der Diamant. In seiner seltenen Schönheit drückt er das aus, was mit Worten unaussprechlich ist. Sein Funkeln zieht die Betrachter seit jeher in den Bann. Vielleicht deshalb, weil uns seine immens harte Beschaffenheit das Gefühl von Unsterblichkeit gibt. Oder weil er im tiefsten Innern der Erde geboren wurde, um nach einer langen Reise an die Oberfläche zu gelangen. Vielleicht aber auch, weil sein Ursprung in letzter Konsequenz ein Geheimnis bleibt. Fest steht, dass er die Phantasien der Menschen schon immer beflügelt hat. Für die einen galten Diamanten als Tränen der Götter, für die anderen waren sie ein Symbol der Stärke und Unbesiegbarkeit. Von daher rührt auch sein Name, denn Diamant entstammt dem griechischen Wort "adàmas", was soviel bedeutet wie "Unbezwingbarkeit". und da, wie wir wissen, die wahre Liebe mit nichts zu besiegen ist, wird der Diamant auch immer mit ihr in Verbindung gebracht. Als das bis in alle Ewigkeit brennende Feuer der Liebe.

Auf welche Weise sich der Diamant einst, unter enormem Druck und unvorstellbarer Hitze, im Erdinnern kristallisiert hat, ist bis heute nicht in allen Details bekannt. Mit Bestimmtheit können wir jedoch sagen, wie er seine vollendete Form erlangt: Indem die vier C von Cut (Schliff), Colour (Farbe), Clarity (Reinheit) und Carat (Gewicht) in ihrem optimalen Verhältnis zueinander stehen.

Schliff -Cut:

Die Art, wie ein Diamant geschliffen und poliert wurde, sowie seine Abmessungen sind von größter Wichtigkeit, da diese Faktoren Feuer, Brillanz und Glanz des Diamanten bestimmen. Entsprechen diese Schlifffaktoren nicht dem Standardschliff, wird das Aussehen des Diamanten negativ beeinflusst. Der Brillant- oder Rundschliff ist der beliebteste, doch auch andere Schliffe wie der Marquise, Pendeloque, Oval, Smaragd- und Herzschliff sind hochgeschätzt.

Brillanz erlangt der Diamant dadurch, dass er in den richtigen Proportionen geschliffen wird. Es ist eine Wissenschaft für sich, die beste innere Totalrefflektion des Lichtes zu erzielen. Die Schliffart ergibt sich gewöhnlich aus der natürlichen Rohform des Diamanten. Für welchen Schliff auch immer man sich entscheidet, die Bezeichnung Brillant verdienen nur jene Glanzstücke, die mindestens 58 Facetten aufweisen. Im richtigen Verhältnis geschliffen, reflektiert der Diamant das Licht von einer Facette zur anderen, wodurch es dem Betrachter direkt entgegenblitzt. Ist der Diamant zu tief (zu dick) geschliffen, versiegt ein Teil des Lichtes in seinem Innern. Sobald der Schliff zu flach ausfällt, entwickelt das Licht unreflektiert nach unten.

Gewicht - Carat:

Das Gewicht, oder die Größe eines Diamanten wird in Karat gemessen, ein Karat sind 0,2 Gramm, und es gibt 100 Punkte (oder 200 Mg) pro Karat. Aufgrund ihrer Messgenauigkeit von 1/100,000 Kt. Zeigen die Waagen ein sehr genaues Diamantengewicht an. Dieses Gewicht wird im Diamantengutachten mit zwei Dezimalen angegeben. Karat bestimmt also seine Grösse. Da ein Zweikaräter viel seltener vorkommt als zwei Einkaräter, ist er folglich auch kostbarer. Die Grösse eines Diamanten steigert seinen Wert jedoch erst dann, wenn auch die anderen Qualitätskriterien erfüllt sind. Das ist selten genug, denn die Wahrscheinlichkeit von kleinen Einschlüssen ist bei mehrkarätigen Steinen entsprechend hoch.

Farbe - Colour:

Die meisten Diamanten von der Qualität eines Edelsteins haben Farbabstufungen von farblos bis gelb. Zur richtigen Bestimmung der Farbe werden alle zu analysierenden Diamanten mit einer international anerkannten Serie von Steinen verglichen, deren Farbe von D oder farblos - dem wertvollsten, bis Z reicht. Diamanten können jedoch auch ändere Farben haben, wie zum Beispiel gelb, orange, rosa, blau usw. Die kräftigsten dieser Farbtöne werden als "Phantasiefarben" bezeichnet und im Diamantgutachten aufgeführt.

Obwohl man den Diamanten meist in seiner transparenten Form antrifft, ist er in lupenreinem Weiss höchst seltengeschliffene Diamanten weisen häufig feinste Gelb- bis Brauntöne auf. Genauso rar wie hochweiße Diamanten sind die sogenannten fancy diamonds. Diese cognac und rosafarbenen, blauen, grünen oder intensivgelben Liebhaberstücke werden zu Spitzenpreisen gehandelt.

Reinheit - Clarity:

Zur Reinheitsklassifizierung müssen Zahl und Art der Einschlüsse sowie ihre Größe und Position bestimmt werden. Diese Untersuchung wird mit einer 10fachen-Lupe von erfahrenen Gemmologen im Labor durchgeführt. Ein Diamant ist "lupenrein", wenn er bei 10facher Vergrößerung keine inneren Mängel aufweist.

Wie kein anderer Edelstein erreicht der Diamant in seiner Vollkommenheit ein Höchstmass an Brillanz. Als absolut rein gilt er aber erst dann, wenn er keinerlei Einschlüsse hat. Zu viele oder grobe Einschlüsse hindern zum Teil das Reflektieren des einfallenden Lichtes. Das Prädikat lupenrein (IF=internally flawless) verdient er in dem Moment, wo innere Merkmale bei zehnfacher Vergrößerung selbst von Experten nicht mehr auszumachen sind. Ungeachtet dessen sind Diamanten mit sehr geringen Einschlüssen (VSI = very small inclusions) selten genug.

Ein ungeschliffener Diamant gleicht einem einfachen Kieselstein, auf den kaum jemand einen Blick werfen würde. Nur dank der Kunst der Diamantenschleifer entfaltet der Edelstein jene funkelnde Schönheit, die ihm Eigen ist. Die hohe Kunst des Diamantenschleifens wurde über Jahrhunderte hinweg von Generation zu Generation weitergegeben. Diamanten lassen sich in eine Vielfalt gleichermaßen bestechender Formenschleifen. Ausschlaggebend ist dabei die Beschaffenheit des rohen Steins.

Der Wissenschaft hat der Diamant sich noch längst nicht vollkommen erschlossen: er bleibt von Geheimnissen umwittert und gibt ihr für die Zukunft noch viele Rätsel auf. So widersetzte er sich bisher hartnäckig allen Anstrengungen, ihn in Edelsteingröße und Edelsteinqualität synthetisch herzustellen, und er blieb damit auch in dieser Hinsicht, der Unbezwingbare.

So offenbart sich im Diamanten nach wie vor die Majestät der Natur in strahlender Schönheit und Pracht, und seine kristallene Klarheit und sein blendendes Feuer sind Abglanz und Sinnbild der zeitlosen Größe der Schöpfung.

Übersicht der Diamant-Brillant Nomenklaturen:

Farbe – Colour CIBJO Farbenskala GIA Qualität

 

Hochfeines Weiß + River = blauweiß D Hoher Farbgrad

Hochfeines Weiß E

Feines Weiß + Top Wesselton = feines weiß F

Feines Weiß G

Weiß Wesselton = weiß H Mittlerer Farbgrad

Leicht getöntes Weiß Top Crystal = schwach getöntes weiß I

Crystal = getöntes weiß J

Getöntes Weiß Top Cape = schwach gelblich K Unterer Farbgrad

L Getönt 1 bis Getönt 4 Cape = gelblich

Light Yellow = schwach gelb

Yellow = gelb M bis Z

Farbige Diamanten Fancy Diamonds k.A k.A

Reinheit - Clarity

Lupenrein / IF = internally flawless Bei 10x Vergrößerung sind keine Einschlüsse zu erkennen.

VVS 1 + 2 = very, very small inclusions Sehr, sehr kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung nur sehr schwierig zu erkennen.

VS 1 + 2 = very small inclusions Sehr kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung schwierig zu erkennen.

Si 1 + 2 = small inclusions Kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung leicht zu erkennen.

Piqué 1 = imperfekt Einschlüsse, die die Brillanz nicht beeinträchtigen und durch das Oberteil bei 10x Vergrößerung sofort, aber mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen sind.

Piqué 2 = imperfekt Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz etwas beeinträchtigen und durch das Oberteil mit bloßem Auge gut zu erkennen sind.

Piqué 3 = imperfekt Große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz deutlich beeinträchtigen und durch das Oberteil mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind.

 

 

 

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