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Amethyst

Stand: 21.09.2002

      

           

Klasse Oxide
Kristallsystem trigonal
Chemische Formel SiO2 mit Fe
Härte 7
Dichte 2,65
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig
Farbe violett. 
Strichfarbe weiß
Glanz Glanzlos
Fluoreszenzen keine

 

Der begehrteste farbige Stein der Quarzgruppe, der zartlila, orchideenfarbene bis tiefdunkel rotviolette Amethyst, hat seinen Namen von dem Griechischen Wort "amethein" (nicht betrunken sein), erhalten. Wie kaum einem anderen Stein sagte man besonders dem Amethyst außergewöhnliche Eigenschaften nach. Außer seiner Kraft, der Trunkenheit zu widerstehen, soll er den Menschen Vernunft verleihen, sie wachsam machen und ihre bösen Gedanken vertreiben. Der Amethyst ist der Talisman glücklicher Ehe. Der Amethyst zählt auch heute noch zu den Insignien der katholischen Kirche. In Bischofsringen eingefasst, unterstreicht er die Würde seiner Träger. Von Katharina der Großen wird erzählt, dass sie eine begeisterte Liebhaberin von russischen Amethysten gewesen sei und für ihre Sammlung Tausende von Verbannten im Ural nach diesen Steinen graben ließ. Viele dieser herrlichen Amethyste sollen später verkauft worden sein, während die Restsammlung in den Besitz der Sowjetunion übergegangen ist.

Der Amethyst ist sowohl in der pegmatitisch - pneumatolytischen wie in der hydrothermalen Phase entstanden. Er tritt meist in Drusen auf, die aus sandigem Gestein oder Verwitterungsmassen ausgegraben werden. Die Kristalle sind meistens kleiner und schwächer entwickelt als die Bergkristalle. Sie sind immer auf einem Untergestein aufgewachsen. Um 1900 soll man eine ganz außergewöhnliche Druse im Gebiet von Santa Cruz entdeckt haben, die einen Hohlraum in der Größe eines Wohnraumes gehabt hat und deren Innenwände mit Amethysten bis zu Faustgröße bedeckt gewesen sind. Amethystkristalle bestehen hauptsächlich aus einer kurzen, pyramidenflädrigen Spitze, in welcher sich die Farbe konzentriert, während der übrige Kristallkörper wie ein Bergkristall farblos weiß ist.

Hört man den Ausdruck Spitzenamethyste, so ist damit nicht gemeint, dass es sich um eine Spitzenqualität handelt, sondern dass die Steine aus den farbstarken Spitzen der Kristalle geschliffen sind. Die Farbe ist oft ungleichmäßig verteilt. Sie ist streifig und wolkig und zeigt federartige Einschlüsse. Die besten Stellen werden durch Klopfen herausgetrennt. In allen lila Farbnuancen kommen die Amethyste vor, vom hellsten bis zum dunkelsten rotstichigen Blauviolett. Die hellen Steine stammen zumeist aus Bahia in Brasilien. Die dunkleren Amethyste kommen aus Rio Grande do Sul, aus dem Grenzgebiet Brasiliens zu Uruguay und direkt aus Uruguay. Im letzteren Land gilt der Amethyst als Nationalstein. Madagaskar liefert helle und dunkle Steine. Süd- und südwestafrikanische Amethyste ähneln der Uruguayfarbe. Die uralischen und sibirischen Steine zeigen die feinste Qualität mit dem berühmten Stich ins Purpurrot. Weitere Vorkommen liegen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Ceylon, Afrika, Mexiko, Indien, Japan und Frankreich. Auch im Nahe-Gebiet um Idar-Oberstein kamen Amethyste vor. Heute sind sie dort nur selten zu finden. Bei größeren Erdbewegungen werden gelegentlich vereinzelt Amethystdrusen entdeckt.

Der Amethyst hat die seltene Eigenschaft, dass er durch einen Brennvorgang seine violette Farbe in ein Goldgelb bis Rotbraun umwandeln kann. Bei Temperaturen um 650 Grad wird die Farbveränderung in elektrischen Brennöfen vorgenommen, wobei die Steine in feinen Sand eingebettet sind. Schon die Steinsucher in Brasilien brannten Amethyste an den Fundorten in der Aschenglut ihrer Lagerfeuer. Nicht alle Amethyste eignen sich zum Brennen. Sie können bei dem Vorgang völlig farblos oder milchigweiß werden und auch zerspringen. Welche Farbe entsteht, hängt von der ursprünglichen Amethystfarbe und sogar von dem Fundort ab. Die so entstandenen goldgelben bis rotbraunen Steine werden heute noch im Handel als "Gold-, Palmeira- und Madeira-Topase" verkauft. Mit dem Mineral Topas, dem sogenannten Edeltopas, haben sie nichts zu tun. Ein gebrannter Amethyst sollte eigentlich als Citrin angeboten werden, da er dem natürlichen Citrin, der auch zur Quarzgruppe gehört und der engste Verwandte des Amethystes ist, in allen Voraussetzungen gleicht. Die Verwendbarkeit des Amethystes reicht vom feinsten Ringstein, mit Brillanten zusammen verarbeitet, bis zu Steinketten und kunstgewerblichen Gegenständen

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