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Der
begehrteste farbige Stein der Quarzgruppe, der zartlila,
orchideenfarbene bis tiefdunkel rotviolette Amethyst, hat seinen Namen
von dem Griechischen Wort "amethein" (nicht betrunken sein),
erhalten. Wie kaum einem anderen Stein sagte man besonders dem Amethyst
außergewöhnliche Eigenschaften nach. Außer seiner Kraft, der
Trunkenheit zu widerstehen, soll er den Menschen Vernunft verleihen, sie
wachsam machen und ihre bösen Gedanken vertreiben. Der Amethyst ist der
Talisman glücklicher Ehe. Der Amethyst zählt auch heute noch zu den
Insignien der katholischen Kirche. In Bischofsringen eingefasst,
unterstreicht er die Würde seiner Träger. Von Katharina der Großen
wird erzählt, dass sie eine begeisterte Liebhaberin von russischen
Amethysten gewesen sei und für ihre Sammlung Tausende von Verbannten im
Ural nach diesen Steinen graben ließ. Viele dieser herrlichen Amethyste
sollen später verkauft worden sein, während die Restsammlung in den
Besitz der Sowjetunion übergegangen ist. Der
Amethyst ist sowohl in der pegmatitisch - pneumatolytischen wie in der
hydrothermalen Phase entstanden. Er tritt meist in Drusen auf, die aus
sandigem Gestein oder Verwitterungsmassen ausgegraben werden. Die
Kristalle sind meistens kleiner und schwächer entwickelt als die
Bergkristalle. Sie sind immer auf einem Untergestein aufgewachsen. Um
1900 soll man eine ganz außergewöhnliche Druse im Gebiet von Santa
Cruz entdeckt haben, die einen Hohlraum in der Größe eines Wohnraumes
gehabt hat und deren Innenwände mit Amethysten bis zu Faustgröße
bedeckt gewesen sind. Amethystkristalle bestehen hauptsächlich aus
einer kurzen, pyramidenflädrigen Spitze, in welcher sich die Farbe
konzentriert, während der übrige Kristallkörper wie ein Bergkristall
farblos weiß ist. Hört
man den Ausdruck Spitzenamethyste, so ist damit nicht gemeint, dass es
sich um eine Spitzenqualität handelt, sondern dass die Steine aus den
farbstarken Spitzen der Kristalle geschliffen sind. Die Farbe ist oft
ungleichmäßig verteilt. Sie ist streifig und wolkig und zeigt
federartige Einschlüsse. Die besten Stellen werden durch Klopfen
herausgetrennt. In allen lila Farbnuancen kommen die Amethyste vor, vom
hellsten bis zum dunkelsten rotstichigen Blauviolett. Die hellen Steine
stammen zumeist aus Bahia in Brasilien. Die dunkleren Amethyste kommen
aus Rio Grande do Sul, aus dem Grenzgebiet Brasiliens zu Uruguay und
direkt aus Uruguay. Im letzteren Land gilt der Amethyst als
Nationalstein. Madagaskar liefert helle und dunkle Steine. Süd- und südwestafrikanische
Amethyste ähneln der Uruguayfarbe. Die uralischen und sibirischen
Steine zeigen die feinste Qualität mit dem berühmten Stich ins
Purpurrot. Weitere Vorkommen liegen in den Vereinigten Staaten, Kanada,
Ceylon, Afrika, Mexiko, Indien, Japan und Frankreich. Auch im
Nahe-Gebiet um Idar-Oberstein kamen Amethyste vor. Heute sind sie dort
nur selten zu finden. Bei größeren Erdbewegungen werden gelegentlich
vereinzelt Amethystdrusen entdeckt. .
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